Menu

Mit Bestnoten in ein neues Geschäft

Wenn’s technisch knifflig wird, ist Angst+Pfister zur Stelle: mit Knowhow, Netzwerk und immer wieder vor Ort beim Kunden. Für den Automobilzulieferer PWO bedeutet diese Partnerschaft, sich breiter im Markt zu positionieren und neue Aufträge zu generieren. Neue Gummi-Metall-Bolzen entkoppeln die Gehäuse der Klimaanlage von den bereits hochentwickelten Instrumententafelträgern der Firma.

 

Mit viel Knowhow rund um Metall-Gummi-Bauteile begleitet Angst+Pfister seine Kunden sozusagen Hand in Hand zu serienreifen Lösungen, wenn es um technisch anspruchsvolle Produktionsverfahren geht. «In enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern können wir frühzeitig auf unterwartete Probleme reagieren», sagt Mario Eckel. Der Product Application Engineer von Angst+Pfister in Deutschland kann auf die langjährige und breite Erfahrung der eigenen Entwicklungsteams zurückgreifen. In diesem Fall gelang es, die Firma PWO zum Lieferanten einer ganzen Baugruppe mit eingebrachten Schwingungsdämpfern zu unterstützen – und sich so breiter auf seinen Märkten aufzustellen.
 

Verbindung zweier Experten

PWO ist ein Zulieferer der Automobilindustrie mit Hauptsitz im deutschen Oberkirch. 3400 Beschäftige arbeiten in fünf Produktions- und vier Montagestandorten auf drei Kontinenten – in Deutschland, Mexiko, Kanada und China. Zu den über 1'000 Produkten für Sicherheit und Komfort im Automobil gehören Instrumententafelträger, beispielsweise für die neue 3er-Serie von BMW. Sie fixieren Mittelkonsole, Lenkrad oder Displays und sorgen für Sicherheit, indem sie die komplexe Crashstruktur moderner Personenkraftwagen intelligent unterstützen. Gleichzeitig schaffen sie Komfort, da sie Vibrationen absorbieren und so Geräusche mindern – alles unter Höchstanforderungen hinsichtlich Präzision und Haltbarkeit. Dank seiner Expertise im kostenoptimierten Leichtbau trägt PWO zu umweltfreundlichem Fahren und höherer Reichweite bei.

 

 

Diese Instrumententafelträger werden mit Gummi-Metall-Bolzen vom Gehäuse der Klimaanlage entkoppelt.


 

 

PWO erhielt Anfragen, um die Instrumententafelträger mit weiteren Komponenten zu bestücken. Für solche Baugruppen war der Einsatz von Gummi-Metall-Schwingungsdämpfern gefragt. Als BMW nach einem bereits auf die Stahlträger montierten Entkoppler für die Gehäuse der Klimaanlage verlangte, brachte PWO die Spezialisten von Angst+Pfister ins Spiel. Die entsprechenden Gummi-Metall-Dämpfer sollten die Gehäuse der Klimaanlage so mit dem Träger verbinden, dass weder Vibrationen noch Geräusche entstehen.
 

Gemeinsam Herausforderungen überwinden

BMW gab die technischen Anforderungen für das Design vor. Angst+Pfister beherrscht die spezifische Fachsprache mit den entsprechenden Anforderungen dafür. «Es ging darum, PWO technisch zu unterstützen, um die BMW-Normen zu erfüllen: Wie vulkanisiert man? Wie verbindet man Gummi mit Metall?», erzählt Mario Eckel. Der Entkoppler besteht aus zwei kaltgepressten Metallbolzen mit Gewinden, die mit Gummi verbunden werden. Das Bauteil ähnelt zwar einem ganz normalen Standard-Puffer, doch die Herausforderung lag im Design der Gewindebolzen. Der Durchmesser von 23 Millimetern durfte nicht verändert werden. Das Problem: Der grosse Durchmesser des Bolzenkopfs im Vergleich zum Gewinde ist anfällig für Risse beim automatischen Einschrauben. Dies erledigen in der Produktion bei PWO und bei BMW Roboter. Es galt, das richtige Produktionsverfahren für die Metallteile zu definieren und einen qualifizierten Partner zu finden. Zu guter Letzt musste die gesamte Lösung für eine immense Serienproduktion funktionieren.

Die Herstellung solcher kaltgepresster Bolzen ist höchst anspruchsvoll. Angst+Pfister aktivierte dafür europaweit sein grosses Netzwerk. Die Niederlassung in der Türkei suchte gleichzeitig in Asien. «Nichts als Absagen!» stellte Mario Eckel fest. Kein Unternehmen wollte diese «heisse Kartoffel» anfassen – zu riskant. Glücklicherweise fanden die Angst+Pfister-Ingenieure schlussendlich einen qualifizierten Sublieferanten, der nicht nur solch komplexe Verbindungsteile herstellen kann, sondern auch über Erfahrung in der Automobilindustrie verfügt. Doch selbst diese Experten benötigten einige Zeit, um die einzelnen Schritte des Produktionsverfahrens so zu gestalten, dass sich die sechskantigen Bolzenenden für die automatische Montage eignen. Gleichzeitig musste dieser Partner schnellstmöglich auditiert und in die Lieferantenstruktur von Angst+Pfister aufgenommen werden – der Serienanlauf rückte immer näher.

«Die nächste Herausforderung war die Vulkanisierung», fährt Mario Eckel fort. Der Primer, der zur Haftverbindung zwischen Metall und Gummi eingesetzt wird, harmonierte nicht mit der Oberflächenbeschichtung, welche die BMW-Norm definierte. Einige Inhalte der Beschichtung verhinderten eine saubere Verbindung mit dem Gummi. Deshalb fielen die ersten Bauteile durch die Prüfungen. Das Angst+Pfister-Team musste also ein anderes Material finden, das bei Prüfungen dieselben Eigenschaften wie die Normvorgaben zeigte, sich aber für den Vulkanisationsprozess eignet. Dabei griff Angst+Pfister auf viel internes Know-how zurück – dank eigener Beschichtungsanlagen und der grossen Erfahrung mit Haftvermittlern. Die Tests konnte rasch im eigenen Haus gemacht werden.

Eine dieser Prüfungen ist der Salzsprühtest. Dabei geht es um Korrosion durch Witterung: Wie schnell rosten die Bauteile? Ein weiterer Test prüft die Verbindungsstelle zwischen Metall und Gummi, bei dem die Bauteile bis zum Versagen belastet werden. Weiter werden die zu übertragenden Drehmomente abgefragt: Wie verhält sich der Entkoppler, wenn die beiden Bolzen gegeneinander gedreht werden? «Die entsprechenden Anforderungen von BMW konnten wir übertreffen – das Teil zerreisst erst bei extremer Krafteinwirkung», sagt Mario Eckel. So kümmerte er sich um den letzten Schritt zum Fertigbauteil; die Prägung der Artikelnummer in den Gummi.
 

Abschluss mit A-Rating


Nach erfolgreicher Bauteilfreigabe gemäss dem Automobil-Freigabeprozess «PPAP-Level-3» trafen sich die Teams von PWO und Angst+Pfister im türkischen Werk in Bursa. Da dies der erste Auftrag für PWO war, stand ein Audit nach VDA 6.3 an. Angst+Pfister verfügt über die IATF-16949-Zertifizierung und bestand mit einem A-Rating. PWO verfügt nun über einen zertifizierten Partner für die Entkoppler, kann künftig weitere Aufträge für Baugruppen mit Gummi-Metall-Komponenten entgegennehmen und lobt: «Ein Schlüssel zum Erfolg war die Kundennähe, die Angst+Pfister zeigte. Sie reagierten rasch auf unsere Bedürfnisse und erschienen mehrmals persönlich vor Ort bei uns. Auf Angst+Pfister ist Verlass.»


 

Erfahren Sie mehr über die APSOvib® Schwingungstechnik

 

Erfahren Sie mehr über unsere Lösungen für die Automobilindustrie



veröffentlicht: 22.10.2020, 14:37:00  von: Angst+Pfister Group