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Partnerschaft für Hygiene-Design, das mehr bietet

Geht es um Fisch oder Geflügel, gibt es bei der Hygiene keine Kompromisse. Van der Graaf produziert Trommelmotoren für Bandförderanlagen – auch für die Lebensmittelindustrie – und suchte den richtigen Partner, um seine Motorwellen abzudichten. Angst+Pfister arbeitet bei solchen Projekten neu mit der European Hygienic Engineering and Design Group (EHEDG) zusammen. Dabei ergänzt sich beider Knowhow und eröffnet neue Möglichkeiten im Hygiene-Design

Der Trommelmotor für Bandförderanlagen in der Lebensmittelindustrie: Seine Dichtung schmiegt sich an die herausstehende Welle.

 

Füllt sich sonntags das traute Heim mit dem Kräuterduft eines knusprigem Brathähnchen aus dem Ofen, scheint die Welt in Ordnung. Wer Familie oder Freunde so verwöhnt, vertraut wie selbstverständlich auf einwandfreie Qualität und Hygiene des herzhaften Leckerbissens. Um dieses Vertrauen zu fördern, entwickeln Ingenieure die hygienischen Designs in der Lebensmitteltechnologie ständig weiter – von einzelnen Materialien und Komponenten bis hin zu kompletten Industrieanlagen. Daran beteiligen sich auch die Dichtungsspezialisten von Angst+Pfister.
 

Mit höchster Kompetenz im Rücken

Angst+Pfister ist 2019 der European Hygienic Engineering and Design Group (EHEDG) beigetreten – eine Nichtregierungsorganisation, die sich der Optimierung von hygienischem Design in der Lebensmitteltechnologie verschrieben hat. Seit den 80er-Jahren steht sie im Dialog mit Lieferanten im Kampf gegen bakterielle Verunreinigungen und erlässt strengste Anforderungen. Sie erfüllen sämtliche Regelungen der Europäischen Union und der Lebensmittel- und Arzneibehörde (FDA) der Vereinigten Staaten. «Die EHEDG-Mitgliedschafft verschafft uns Zugang zu den Spezialisten unter den Spezialisten im Hygiene-Design», sagt Jan Boomsma, Product Application Enginner, bei Angst+Pfister in den Niederlanden.

Wenn es um Materialien, Gummimischungen oder einzelne Komponenten gehe, verfüge Angst+Pfister bereits über hohe Hygiene-Expertise. «Dank EHEDG erweitern wir diese nun mit der Hygiene-Expertise über komplette Maschinen im Betrieb, also für ganzheitliche Lösungen, die bestimmte Industriestandards erfüllen», erklärt Jan Boomsma. Diese kombiniere Angst+Pfister nun mit spezifischen Kundenbedürfnissen wie etwa chemischen Resistenzen für die Reinigung oder der Langlebigkeit von Komponenten – auf Basis des eigenen Knowhows. «EHEDG ist ein exklusives Kompetenz-Netzwerk, das uns und unseren Kunden so ganz neue Möglichkeiten eröffnet.» Gemeinsam mit dem holländischen Unternehmen Van der Graaf gelang es, das erste Projekt zu lancieren.

Ein Design: Innere und äussere Dichtung (sandfarben)

 


 

Trommelmotoren für die Lebensmittelindustrie

Die Kunden von Van der Graaf stellen Bandförderanlagen her. Diese wiederum werden eingesetzt in der Landwirtschaft, in Versandzentren oder beim Gepäcktransport an Flughäfen, in der Schüttgut-, Automobil- und eben der Lebensmittelindustrie. Geht es um Fisch oder Geflügel, gibt es beim Hygiene-Design keine Kompromisse. Für solche Bandförderanlagen stellt Van der Graaf Trommelmotoren her und besetzt mit diesen eine Spitzenposition im Markt; sie eignen sich für den Dauereinsatz unter härtesten Bedingungen. Trommelmotoren besitzen keine äusseren Bauteile – alles ist in der Trommel eingeschlossen: Motor und Getriebe arbeiten in einem Ölbad, das Schmierung und Kühlung gewährleistet.

Van der Graaf benötigte eine Dichtung für seine Trommelmotoren, die beispielsweise eingesetzt werden, um digitale Geflügel-Sortieranlagen anzutreiben. Die Dichtung sitzt zwischen der Welle und dem Motor (siehe Bild). Gegen innen dichtet sie gegen das Motorenöl, und gegen aussen soll sie bei der Reinigung Heisswasser unter Hochdruck standhalten. Zudem muss die äussere Dichtung so eben in die Metallabdeckung eingearbeitet sein, dass Bakterien keine Chance haben. «Unser Design setzte sich gegen mehrere Mitbewerber durch», erzählt Jan Boomsma. Dabei hätte auch der Preis eine Rolle gespielt.
 

Kostenbewusstes Engineering mit Blick fürs Ganze

Zu Beginn fokussierte das Projekt nur auf die äussere Dichtung gegen Wasser und Schmutz – auf der Innenseite beabsichtigte Van der Graaf, eine AS-Typ-Standarddichtung einzusetzen. «Dank der Idee, die innere Dichtung ins gesamte Design zu integrieren und ihre bestehende Metallfeder mit einem Hightech-O-Ring aus einer Polytetrafluorethylen-Mischung (PTFE) zu ersetzen, wurden wir preislich sehr attraktiv», so Jan Boomsma. Denn sie senkt Kosten bei Montage und Unterhalt. Das bewog Van der Graaf, mit Angst+Pfister weiterzuarbeiten. Die Teams freuten sich umso mehr, als das schlussendliche Design von EHEDG zugelassen wurde. Zudem erfolgten Prüfungen bei der Expertenorganisation Dekra – mit gutem Ergebnis. Die Lösung von Angst+Pfister erreichte dabei die Schutzart IP69K. Die Schutzart gibt generell an, wie gut ein Gehäuse vor festen Objekten und Flüssigkeiten schützt. IP69K bedeutet: Weder Staub noch heisses Wasser unter Hochdruck dringen ein.
 

Letzte Herausforderung: Einsatz in der Fabrik

Die Schutzart IP69K alleine heisst noch nicht, dass die Lösung alle Kundenbedürfnisse abdeckt. So bestellte Van der Graaf eine Vorserie, um sie in einer Fabrik zu testen. Kein leichtes Unterfangen, wie sich Jan Boomsma erinnert: «Diese Unternehmen sind darauf angewiesen, dass ihre Produktionen reibungslos laufen. Selbst wenn vielversprechende Innovationen auf den Markt gelangen, haben sie wenig Interesse, sich auf Experimente einzulassen, solange ihre Anlagen einwandfrei laufen.» Testet man bei Kunden des Kunden in Übersee, sei es zudem nicht einfach, substanzielle und relevante Rückmeldungen zu erhalten. So nahm die Testphase einige Zeit in Anspruch. «Läuft es schlecht, kommen umgehend Rückmeldung – läuft es gut, braucht es eben etwas Zeit, um sicher zu sein.» Die Tests haben dies inzwischen bewiesen, die erste Serie der Dichtungen wurde geliefert.

Bei Angst+Pfister freut man sich, künftig mehr innovative Beiträge im Hygiene-Design der Lebensmitteltechnologie zu leisten. So lässt sich’s herzhaft zubeissen.


 

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veröffentlicht: 16.10.2020, 15:26:00  von: Angst+Pfister Group