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Sich aus der Ferne verstehen – die Kommunikation macht’s

Vertrauen bei Neukunden gewinnen, kulturelle und sprachliche Hürden überwinden, komplexe technische Sachverhalte klären – wo das «Feinstoffliche» entscheidend ist, wird gerade die digitale Kommunikation besonders herausfordernd. Dank ihrem ausgeprägt kommunikativen Beratungsansatz wagten sich die Angst+Pfister-Ingenieure auch mitten in der Pandemie an diffizile Projekte, bei denen Scheitern keine Option ist – wie bei drei neuen Antivibrationsbauteilen für das südkoreanische Unternehmen Dawonsys.

Dawonsys ist ein breit aufgestelltes südkoreanisches Technologieunternehmen, das auch Rollmaterial für die Bahnindustrie herstellt. Eines seiner Drehgestelle setzt die südkoreanische Staatsbahn Korail für einen Triebzug ein, mit dem sie Hochgeschwindigkeitsverbindungen betreibt. «You will never fail with Dawonsys», schreibt sich das Unternehmen auf die Fahne. Von diesem Versprechen fühlten sich auch die Ingenieure von Angst+Pfister angespornt.

«Dass wir den neuen Kunden in Südkorea mit unseren technischen Fähigkeiten überzeugen würden – daran glaubten wir», erinnert sich Arno Vinzens, Sales Project Manager Antivibration Technology am Angst+Pfister-Hauptsitz in Zürich. Die Herausforderung bestand vielmehr darin, die geografische Distanz während der Pandemie mit rein digitaler Kommunikation zu überbrücken. Gleichzeitig galt es, sich auf diesem Weg mit neuen kulturellen und sprachlichen Unterschieden auseinanderzusetzen. Hinzu kam, eine anspruchsvolle Logistik zwischen den internationalen Angst+Pfister-Werken, einem neuen südkoreanischen Vertriebspartner und den Endabnehmern so zu organisieren, dass beispielsweise ein Freihandelsabkommen seine Wirkung entfaltet.

Kulturelle Hürden mit digitaler Kommunikation meistern

Vor Ort in Südkorea koordinierte erstmals das Unternehmen Sealstar die Schnittstelle zwischen Dawonsys sowie Angst+Pfister. Das Group Engineering in der Schweiz nahm sich direkt des Projekts an. Gefordert war eine steile Lernkurve hinsichtlich der Arbeitskultur. Michael Forrer, Senior Engineer, blickt heute zufrieden auf ein gelungenes Projekt zurück: «Wir sind uns gewohnt, uns während eines Projekts Schritt für Schritt der idealen Lösung anzunähern. Zu Beginn arbeitet man meist mit Annahmen. Dazugewonnene Erkenntnisse können bei der Umsetzung leichte Veränderungen verursachen oder gar auf ganz neue Wege führen.» 

Bei diesem Projekt hingegen galten alle noch vor der Prototypenphase definierten Ausgangswerte als sakrosankt, sobald sie einmal in der Lieferkette zum Endkunden freigegeben wurden. Dazu gehörte insbesondere bereits sehr detailliert: Was wird getestet? Wie wird getestet? Dafür musste Angst+Pfister verbindliche Vorschläge unterbreiten. «Von Beginn weg war also eine wohlüberlegte und unheimlich präzise Kommunikation erforderlich.» Abweichungen seien während dem Projekt kaum mehr möglich gewesen «Auch wer viel mit Asien zu tun hat, muss mit spezifischen nationalen Besonderheiten umgehen können, um Projekte in neuen Ländern erfolgreich abzuwickeln», ergänzt Arno Vizens. Das erforderte von Angst+Pfister mitunter kreative Lösungen – beispielsweise leichte Designanpassungen bei den Komponenten, damit das Testing sinnvoll und exakt wie zu Projektbeginn definiert durchgeführt werden konnte. 

Zum Gelingen des Projekts trug auch Dawonsys selbst bei: Die Zusammenarbeit über Kulturen hinweg funktionierte von Beginn bis zum Ende – dabei half die hohe Expertise auf beiden Seiten.

Mit Transparenz und Erfahrung Vertrauen erarbeiten 

Gefragt waren drei verschiedene Gummi-Metall-Komponenten: Querpuffer im Drehgestell fangen seitliche Fliehkräfte des Wagenkastens auf, indem sie dessen Tauchzapfen abfedern. Dafür benötigen die Puffer eine progressive Steifigkeit, die mit zunehmendem Druck zunehmenden Widerstand leistet. Ein Achslenkerlager isoliert den Drehgestellrahmen von Fahrvibrationen durch Unebenheiten der Schienen. Sphärolagerungen reduzieren Vibrationen zwischen Wagenkasten und Drehgestell aufgrund von Bremskräften. «Die drei massgeschneiderten Bauteile tragen wesentlich zum Funktionieren des neuen Drehgestells bei», freut sich Michael Forrer. Wir konnten insbesondere auch unsere Erfahrung bei Lebensdauertests sowie der Erfüllung von Zulassungsanforderungen und Zertifizierungen einbringen.  

Das Projekt war zweigeteilt, wobei Angst+Pfister zu Beginn nur das erste Produktionsvolumen zugesprochen wurde. Im Verlauf des Projekts entschieden sich die Südkoreaner, weiterhin Angst+Pfister zu vertrauen. «Unsere offene und transparente Kommunikation half dabei sicher», so Michael Forrer. Insgesamt konnten inzwischen mehrere tausend Bauteile aus der türkischen Angst+Pfister-Produktion per Flugfracht nach Südkorea geliefert werden.

«Von Beginn weg war eine wohlüberlegte und unheimlich präzise Kommunikation erforderlich.»

Arno Vinzens, Sales Project Manager Antivibration Technology, Angst+Pfister Group

«Die drei massgeschneiderten Bauteile tragen wesentlich zum Funktionieren des neuen Drehgestells bei.»

Michael Forrer, Senior Engineer Antivibration Technology, Angst+Pfister Group

 

Mehr Informationen über unsere Gummi-Metall-Teile für Drehgestelle in Zügen

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veröffentlicht: 10.03.2022, 15:34:00  von: Angst+Pfister Magazin2022